Unbenanntes Dokument

Paulus, Gipsentwurf, Sammlung Nödl
(Kreuzwegstation, Holzrelief, Sammlung Nödl)
Paulus, Granit, Pauluskapelle Weinebene

Auf der steirischen Weinebene, über die der Nord-Süd-Weitwanderweg 05 führt, befindet sich die Pauluskapelle.

Carl Hermann verehrt Paulus, weil er als Apostel einer der ersten Wanderer ist; er legt viele Wege zurück, vor allem wird er von Saulus zu Paulus. Hermann versteht Paulus als Vorbild der Weitwanderer. Dargestellt wird Paulus von Carl Hermann mit Schwert in engem Mantel mit nackenlangem Haar.

Carl Hermann ist befreundet mit einem Geistlichen aus Kamp, Kärnten, der am 15. August eines jeden Jahres Marienmessen auf der Weinebene zelebriert. Carl und Elsa Hermann sind dazu einige Male eingeladen und kommen auch; der Geistliche ist allerdings darum besorgt, dass diese Messfeiern eines Tages nicht mehr stattfinden werden. Carl Hermann meint, die Feierlichkeiten können doch letztlich auch Weitwanderer ausrichten und entschließt sich, im Rahmen der Weitwanderbewegung, eine Kapelle auf der Weinebene zu errichten und Entwurf sowie künstlerische Gestaltung dafür zu übernehmen. Baubeginn ist im Jahr 1981, am 15. August 1983 wird die Kapelle eingeweiht.

Carl Hermann beginnt zunächst Verhandlungen mit der Gutsverwaltung Liechtenstein, dem Grundeigentümer, und erwirkt die Zustimmung, die Kapelle an Ort und Stelle errichten zu dürfen. Anlässlich der Realisierung der Pauluskapelle gibt es zahlreiche Gespräche mit dem Forstdirektor der Liechtenstein’schen Forstverwaltung, einem (Grafen) Montecucculi, der seinerseits wiederum ein Verehrer von Paulus ist. Dadurch wird es einfacher, die nötige Bewilligung des Grundeigentümers einzuholen. Mit befreundeten Weiterwanderern, Architekt, Zimmerleuten, Maurern, Arbeitern gelingt es letztlich, das Projekt umzusetzen. Carl Hermann bittet Weitwanderer nicht nur um deren tatkräftige Mithilfe sondern auch um Spenden, die für den Bau verwendet werden; die Kapelle ist zur Gänze mit Sponsorgeldern finanziert.

Kernstück der Kapelle ist die lebensgroße Granitfigur des Paulus. Dazu kommt ein in Holzbalken geschnitzter Kreuzweg.

Die Figur des Paulus fertigt Carl Hermann in Gmünd an (Werkstoff: Granit). Nach Fertigstellung des Gipsentwurfes arbeitet er in den Jahren 1981/82 direkt am Stein (ein 1:1 Gipsmodell wird für diese Figur nicht angefertigt); die Schultern geraten schmal.

Das Gesamtprojekt Pauluskapelle bereitet Carl Hermann bausatzartig in Gmünd vor, uz. einschließlich Verschraubungen und detaillierten Arbeitsanweisungen, so dass Helfer ausschließlich einen Bausatz fertig zu stellen haben. Hermann gestaltet den Boden vor der Pauluskapelle mit einem Mosaik aus Granitsteinchen, die er vor dem Atelier zerkleinert und bearbeitet; das Motiv zeigt einen schwebenden zum Paulus werdenden Saulus.

Carl Hermann