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Sämann, 1:1 Gipsmodell, vernichtet
Sämann, Kunststein, Lagerhaus Waidhofen/Thaya

In den frühen 50er-Jahren arbeitet Carl Hermann an der großen Plastik; Hauptstück aus dieser Periode ist der Sämann (Kunststein, Waidhofen/Thaya). Carl Hermann erinnert sich seiner akademischen Ausbildung und kommt erneut mit seinem ehemaligen Lehrer Wilhelm Gösser in Kontakt; es geht um die Größe der Plastik und den damit verbundenen Schwierigkeiten im Schaffensprozess. Gösser lässt Hermann jedoch mit seinen Nöten alleine, weil er selbst nicht besser weiß. So macht sich Carl Hermann zunächst mit einem rund 1 m großen Gipsentwurf an das Projekt Sämann. Während der Errichtung des Silos der landwirtschaftlichen Genossenschaft in Waidhofen/Thaya werden bereits Metallarmierungen mit Befestigungen bis in das Fundament eingebracht; die (Relief-)Figur selbst wird von Statikern berechnet und aufgrund der dem Künstler eigenen Skepsis zunächst „ausgelitert“. Im Garten der Liegenschaft Fuchssteinweg 16, Gmünd – als sich das Carl Hermann-Haus noch im Rohbau befindet, die Werkstatt aber bereits errichtet ist –, entsteht die Plastik in Originalgröße (12 m) aus Gips. Die Größe des Werks lässt den Künstler weitere Hilfe beiziehen, obgleich er in der Regel alleine arbeitet; Erwin Jeschko, Lehrling des Bauunternehmers Mokesch in Gmünd, geht dem Künstler zur Hand. In weiterer Folge nimmt Hermann ein Negativ, ebenfalls aus Gips, in 130 Teilen ab, das er am im Bau befindlichen Silo aufbaut und letztlich mit Kunststeinmasse hinterfüllen lässt. Das Original stellt sich nach Austrocknung und Abnahme der Negativa als graufärbiges Steingut dar; verarbeitet wurden durch ein örtlich ansässiges Bauunternehmen insbesondere Donausand, Bindemittel, Kalk sowie Wasser.

Carl Hermann