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Sage zur Entstehung der Blockheide


(aufgeschrieben von Bildhauer Carl Hermann, forterzählt von AAJC Nödl; Waldglasobjekte von AAJC Nödl, in limitierter Auflage hergestellt in der Kristallerie LILITH, der Glashütte von Kurt Zalto, Neunagelberg)

Waldkönig
Waldfee / Schöne Kuenringerin
Waldgeist
Kobold / Zauberlehrling
Teufel

Nach der Erschaffung der Welt wanderte der Herrgott über den Manhartsberg nach Westen. Viele kleine und große Steine, die umherlagen, erregten sein Missfallen; alle diese Steine sammelte er ein. Als er schon in der Gegend der heutigen Blockheide angelangt war, fielen sie zu Boden und rollten auseinander. Da es schon Abend und der Herrgott müde war, beließ er die Findlinge und Wackelsteine so wie sie dalagen.

Der Teufel aber war hinter den armen Seelen der Menschen her und folgte dem Herrgott auf den Fersen. Neugierig wie er war, wollte er wissen, was nun geschehen werde. In Grillstein wurde ihm kein Quartier gewährt, weshalb er eine auf einer Wäschestange hängende Tuchent samt Kopfpolster nahm und sein Lager in der nahegelegenen Flur, der heutigen Blockheide, aufschlug und sich vor dem Herrgott versteckte. Schon bald hörte der Teufel den lieblichen Klang einer jungen Frauenstimme. Wie verzaubert trat er von seiner Bettstatt direkt in das Blickfeld der Waldfee, die sehr erschrak. Sie hatte gerade in Begleitung des Zauberlehrlings einen Spaziergang unternommen, um ihm seine Dichtungen vorzusingen.

Als Tochter des Waldkönigs war sie für ihre reine Seele und ihre guten Taten bekannt; nach ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter wurde sie auch die schöne Kuenringerin genannt. Des Waldkönigs teuerster Schatz war das Glück seiner Tochter, kein Freier war dem Vater recht gewesen. Der Zauberlehrling, der engste Berater des Vaters, verehrte die Waldfee sehr und versuchte, mit seinen schönen, traurigen Liedern ihr seine Gefühle zu zeigen.

Der Teufel war von der Schönheit der Stimme und des Gesanges so verzückt, dass er beschloss, der schönen Kuenringerin und dem Zauberlehrling zu folgen – auf dem Weg zur Wohnstatt des Waldkönigs, tief in den Wald hinein. Von einem Wassergraben umgeben, sah sich der Teufel auf einmal Findlingen und Granitblöcken gegenüber, dem Heim des Waldkönigs. Schnell erkannte der Herrscher über den Wald, welcher Gefahr seine Tochter ausgesetzt war. Mit Hilfe seines treuen Dieners, des Waldgeistes, lies er den Teufel an seinem Pferdefuß im Verlies festmachen. Darüber war der Teufel so zornig, dass er umher sprang und schrie, der König, die Waldfee, die übrigen Waldbewohner, seine Bettstatt, sein Brotlaib und alles andere Menschengut hier mögen zu Stein werden. Wie es der Zufall wollte, hörte der Zauberlehrling den Fluch des Teufels und nahm ihn sofort von seinem König, der schönen Kuenringerin, den Waldbewohnern und allem Menschlichen; des Teufels Bettstatt und Brotlaib aber sind bis heute versteinert.

Als Dank durfte der Zauberlehrling um die Hand der Waldfee anhalten; so kam es, dass der Waldkönig seine Tochter dem Zauberlehrling zur Frau gab. Fortan herrschte Friede im Waldreich. Alle Bewohner verlebten die Tage voll Freude in der Blockheide. Der Teufel aber musste angekettet sein Dasein fristen und konnte die Seelen der Menschen nicht mehr erreichen.

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Carl Hermann