Unbenanntes Dokument

Carl Hermann-Haus


In den Jahren 1964 bis 1967 errichten Carl und Elsa Hermann ihr Haus am Fuchssteinweg 16, Gmünd. Es ist ein leicht ansteigendes, mit Granitblöcken durchzogenes Grundstück, von dessen höchstem Punkt man, nach Westen blickend, Gmünd vor sich liegen sieht; nach Osten sind die Ausläufer der Blockheide zu sehen, am Garten vorbei führt einer der Wege direkt in den Naturpark. Das Haus ist förmlich auf und in den Fels gebaut; Stein, Holz, Mauer und Glas sind die tragenden Elemente.

Carl Hermann Haus

Auf Gartenniveau befindet sich das Atelier; im Wohngeschoß eine Halle mit Stiegenaufgang sowie die Stube und Küche, unter dem Dach zwei weitere Räume und die Klausur des Bildhauers. Hermann stattet das Haus – als seine Visitenkarte – künstlerisch reichhaltig aus, seinen steirischen Ursprung will Carl Hermann keinesfalls verleugnen.

Der Garten ist naturbelassen; heideartiger Bewuchs mit Birken – eine im Waldviertel vertraute Vegetation, die Hermann schätzt. Er sucht für seine Werke einfache Umgebung und Natur.

Carl Hermann Haus

Die Nachricht von der Fertigstellung des Carl Hermann-Hauses ist in Anlehnung an Walther von der Vogelweide gestaltet („Ich hân mîn lêhen“; vgl. nachstehende Übersetzung).


Ich habe meinen Besitz,

alle Welt soll es wissen, ich habe mein Haus!

 

Nun fürchte ich nicht mehr die Kälte an den Zehen

und brauche die geizigen Herren nicht anflehen.

Der Herrgott, der milde Gott hat mich beraten,

dass ich im Sommer Luft und im Winter Wärme habe.

 

Vor meinen Nachbarn stehe ich nicht mehr bloß da:

Sie sehen in mir nicht mehr die Schreckensgestalt von früher.

 

Ihr Freunde sollt mir alle willkommen sein,

wenn ihr herreisen wollt zu meinem Haus.

Ihr findet hier die Menschen, die ihr gern sehen möchtet.

Es soll Euch hier kein Leid geschehen.

Carl Hermann