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Waldviertel – Steiermark


Das neu gewonnene Zuhause des Bildhauers im Waldviertel liegt mit seinen Wurzeln in der südlichen Steiermark auf einer Linie; Carl Hermann pflegt den Umstand hervorzuheben, dass seine neue und alte Heimat durch den 15. Meridian (östlich von Greenwich) verbunden sind. Diese Tatsache streicht er im Zusammenhang mit dem diese gedachte Linie mehrfach kreuzenden Nord-Süd-Weitwanderweg 05 gerne heraus, genauso wie den Verlauf durch die Blockheide in Gmünd.

Carl Hermann

Das Waldviertel und die südliche Steiermark weisen aber auch weitere Gemeinsamkeiten auf; zum einen der beiderseits vorkommende Waldreichtum, die Glaserzeugung – im übrigen benutzt der Künstler Glas in einem nicht unerheblichen Ausmaß als Werkstoff (Hinterglasmalerei; Glasfenster) –, zum anderen verlieren beide Regionen im Zuge der Neuordnung nach dem 1. Weltkrieg und der damit einhergehenden Grenzänderungen ihr „Hinterland“; Gmünd bleibt bis zum Fall des Eisernen Vorhanges geteilte Stadt, die Gegend um Eibiswald wird aufgrund der Grenzziehung über den Radlpass von Kärnten (solange die Soboth nicht ausgebaut war), aber auch vom heutigen Slowenien abgeschnitten.

Eine große Vorliebe des Bildhauers gilt steirischen Spezialitäten; im Haushalt von Carl und Elsa Hermann erwartet Freunde und Besucher – wann immer sie auch kommen mögen – ausreichend Kulinarisches aus der Heimat des Künstlers, darunter etwa der aus Deutschlandsberg und Stainz angelieferte Schilcher – ein Rosé-Wein, dessen spezifischen Geschmack Carl Hermann schätzt. Dazu wird „Verhackertes“ (luftgeselchter, faschierter Speck) mit Schwarzbrot, aber auch der intensiv schmeckende „Steirerkas“ gereicht. Geradezu als Symbiose zwischen steirischer und Waldviertler Speisenkultur gibt es selbstgebackene Mehlspeisen zum Nachtisch und Nussschnaps zum Abgang.

Carl Hermann