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Familie, Ausbildung, Studium


Carl Hermann wird am 28. Oktober 1918 als jüngster Sohn in eine Klein­bauernfamilie hineingeboren. Sein Elternhaus steht in der südlichen Steiermark; Wolfsgruben 43, Gemeinde Wies. Mutter Rosa Hermann stammt aus dem Sausal; sie arbeitet in jungen Jahren in einem nahegelegenen Glanzkohlebergwerk. Vater Johann Hermann bewirtschaftet im Nebenerwerb gemeinsam mit der Familie den Bauernhof, tatsächlich ist er als Maurer tätig.

Carl Hermann - Roter Bauer

Carl Hermann ist Nachzügler in der Familie; sein Vater kommt verfrüht aus dem 1. Weltkrieg nach Hause. Er besucht die 8-klassige Volksschule in Wies, ist schon als Heranwachsender in der elterlichen Landwirtschaft tätig; bereits in dieser Zeit zeichnet Hermann und unternimmt erste – noch unbeholfene – Schnitzversuche. Zunächst nach dem Schulabschluss bleibt er am elterlichen Hof. Es reift sein Gedanke, Maler werden zu wollen, er geht für 1 bis 2 Jahre nach Graz; schließlich stellt sich heraus, dass Carl Hermann für Pastelltöne farbenblind ist. Diese Erkenntnis bedeutet das Ende der Ausbildung; hinzu kommen finanzielle Überlegungen, die vor einem solchen Hintergrund den elterlichen Aufwand nicht rechtfertigen. Wieder zu Hause ist es der väterliche Wunsch, dass Hermann – wie auch sein Bruder – Zimmermann werden solle. Tatsächlich  beginnt er die Lehre, ist im dritten Jahr aber so wenig erfüllt, dass er aus eigenem abbricht; dennoch, er lernt Handwerk und Material gründlich kennen – eine Erfahrung, die den jungen Carl Hermann in seinem ursprünglichen Wunsch bestärkt, kunstschaffend tätig sein zu wollen.

Carl Hermann - Student

Im Herbst 1940 tritt Carl Hermann durch die Vermittlung seines Schuldirektors Fritz Fuchs, einer seiner ersten Förderer, in die Bildhauerklasse Prof. Wilhelm Gösser, Graz, ein. Er ist wohl gelitten; Gösser fördert seinen Schüler, wo er kann. Anfänglich ist Carl Hermann als Portraitist (Marmor, teilweise auch Holz) tätig und entwickelt zu Gösser eine starke Bindung, die – offenbar politisch bedingt – abreißt. Neben einer Reihe gesellschaftlicher Aktivitäten, studentischer Feierlichkeiten im Jahreskreis sowie kostümierter Feste fällt in seine Grazer, später auch Leobner Zeit die in Carl Hermann aufkeimende Begeisterung für den Berg; in Gesellschaft oder alleine verbringt er einen Großteil seiner Freizeit als Kletterer/Bergsteiger. Diese Vorliebe wird ihm wohl später Pate für sein unermüdliches Engagement in der Weitwander- bewegung stehen.

Carl Hermann