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Lebensabend


Sein Ende mag Carl Hermann wohl im Jahr 1985 gespürt haben; die Offenheit, das Nach-Außen-Gehen verschwindet in weiten Strecken, er zieht sich stark zurück, beinahe kapselt er sich ab. In seinem letzten Lebensjahr macht er erneut eine Persönlichkeitswandlung durch, er findet zu seiner aufgeschlossenen, freien Art zurück und beginnt sein Leben und seinen Nachlass zu ordnen. In der Todeszelle verspricht er für den Fall seiner Freiheit, dass er sein künftig erworbenes Gut gemeinnützigen Zwecken zuführen werde.

Carl Hermann

Vor diesem Hintergrund nimmt Carl Hermann mit Vertretern des Niederösterreichischen Naturschutzbundes Kontakt auf und gewinnt – nach dem Inhalt der Gespräche – die Überzeugung, dass nach seinem Tod Elsa Hermann für die Übergabe des Hauses und des künstlerischen Nachlasses Sorge tragen möge; sein Lebenswerk solle bewahrt und gesichert werden, das Carl Hermann-Haus eine Stätte der Forschung, Wissenschaft und Kultur im oberen Waldviertel sein. Aus alledem wird letztlich nicht viel mehr, als ignorierendes Vergessen und ruinöser Verfall.

Carl Hermann erliegt am 11. November 1986 einem Krebsleiden. Durch seinen Tod wird die Verbindung zu seiner Ehegattin Elsa Hermann viel zu früh auseinandergerissen; sie lebt seither alleine in Gmünd.

Carl Hermann